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StartseitePetition an Präsident Santos: Amnesty International fordert wirksamen Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen

Online-Petition: Fordern Sie von Präsident Juan Manuel Santos Calderón sofortigen wirksamen Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen, Gemeinde-Sprecher*innen und Vertreter*innen sozialer Organisationen in Kolumbien. Eine Aktion der spanischen Sektion von Amnesty International.

30.01.2017 | Petition

80 ermordete Aktivist*innen im Jahr des Friedens

Online-Petition: Fordern Sie von Kolumbiens Präsident Santos wirksamen Schutz für Menschenrechtsverteidiger*innen

Im Jahr 2016 wurden in Kolumbien fast 80 Menschen ermordet, die Menschenrechte verteidigt haben — trotz des historischen Friedensschlusses zwischen Regierung und der Guerilla-Gruppe FARC. Amnesty International Spanien wendet sich deshalb in einer Online-Petition an Kolumbiens Präsidenten Santos und fordert, Menschenrechtsverteidiger*innen unverzüglich wirksamer zu schützen. Unterstützen Sie unsere Forderung hier mit Ihrer Unterschrift. Den Petitionstext in vollständiger deutscher Übersetzung finden Sie, wenn Sie weiterlesen.

Die Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen der Regierung Kolumbiens und der Guerilla-Gruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, deutsch "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens") ist für Millionen Menschen zweifellos ein Zeichen der Hoffnung. Trotzdem wurden im Jahr 2016 fast 80 Personen, die Menschenrechte verteidigt haben, ermordet. Wie kann das sein?

Auch wenn die Zahl noch nicht endgültig ist — besorgniserregend ist sie in jedem Fall: Bis Ende des Jahres 2016 haben kolumbianische Menschenrechtsorganisationen im gesamten Land fast 80 Morde an Menschenrechtsverteidiger*innen, Gemeinde-Sprecher*innen und Vertreter*innen sozialer Organisationen dokumentiert. Dazu kommen hunderte weitere gewaltsame Angriffe: Drohungen, Attentate, Diebstahl sensibler Informationen.

Das Paradox zwischen dem Abschluss des Friedensvertrages und dieser Welle an Morden erklärt sich in weiten Teilen aus dem Grauen, das Kolumbien in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat — und das in vielen Fällen nicht Folge direkter Gefechte der Konfliktparteien gewesen ist, sondern vielmehr von gezielten Angriffen auf die Zivilbevölkerung. Diejenigen, die die Rechte anderer verteidigen oder die Land und natürliche Ressourcen vor mächtigen Interessengruppen in Wirtschaft und Politik schützen, stehen heute weiter im Fadenkreuz. Hinter vielen dieser Angriffe stecken bewaffnete Gruppen — auch paramilitärische Einheiten — die versuchen, die Kontrolle über rohstoffreiches Land zu erlangen, um es wirtschaftlich auszubeuten.

Ein Ende der Kämpfe zwischen staatlichen Sicherheitskräften und den FARC wird Kolumbien keinen wirklichen Frieden bringen, solange die Behörden nicht wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen um die Übegriffe gegen die Zivilbevölkerung ein für allemal zu beenden.

Bitten Sie den Präsidenten Kolumbiens Juan Manuel Santos Calderón, dass er auch für Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger, soziale und Gemeinde-Aktivisten und -aktivistinnen für Frieden sorgt, und unterschreiben Sie hier die Petition.

Den nachfolgend in deutscher Übersetzung wiedergegebenen Petitionstext wird Amnesty International Spanien zusammen mit Ihrem Vor- und Nachnamen sowie Ihrer E-Mail-Adresse an den Präsidenten der Republik Kolumbien übermitteln:

"Sehr geehrter Herr Präsident,

ich wende mich an Sie um Ihnen meine tiefe Sorge über die wachsende Zahl an Menschenrechtsverteidiger*innen, Gemeinde-Sprecher*innen und Vertreter*innen sozialer Organisationen auszudrücken, die im Jahr 2016 ermordet wurden. Auch wenn Ihre Regierung und die FARC im vergangenen Jahr einen Friedensvertrag unterzeichnet haben — solange den Angriffen bewaffneter Gruppen gegen die Zivilbevölkerung kein Ende gesetzt wird, wird es Kolumbien nicht möglich sein, wirklichen Frieden zu finden.

Aus diesem Grund bitte ich Ihre Regierung,

  • die Sicherheit aller Menschenrechtsverteidiger*innen zu gewährleisten, die sich in Gefahr befinden, einschließlich Sprecher*innen von sozialen Bewegungen und Gemeinden, und in striktem Einvernehmen mit den Bedürfnissen und Forderungen der Betroffenen;
  • sicherzustellen, dass die Angriffe und Drohungen gegen Vertreter*innen sozialer Bewegungen und Gemeinden vollumfänglich und unparteiisch untersucht, die Ergebnisse dieser Untersuchungen öffentlich gemacht und die für die Übergriffe Verantwortlichen in fairen Verfahren vor zivilen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden;
  • unverzüglich Sofortmaßnahmen einzuleiten um im Einklang mit den Verpflichtungen, die die Regierung Kolumbiens sich selbst ausdrücklich auferlegt hat, die paramilitärischen Gruppen im Land aufzulösen und ihre Verbindungen zu staatlichen Sicherheitskräften zu zerschlagen;
  • sicherzustellen, dass Kolumbien seinen Verpflichtungen zum Schutz derjenigen, die für Menschenrechte kämpfen, nachkommt wie sie in der UN-Erklärung zu Menschenrechtsverteidiger*innen von 1998 festgelegt sind.

Hochachtungsvoll,

[Vorname], [Nachname], [E-Mail-Adresse]"