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"Verschwindenlassen" und die Sorge um Sicherheit in Kolumbien

Für immer verschwunden? Weltweit lassen autoritäre Regimes ihre politischen Gegner "verschwinden".

Von der Straße weg entführt, zu Hause abgeholt, bei einer Demonstration willkürlich festgenommen. Wahrscheinlich gefoltert. Angaben über den Verbleib gibt es keine. Seit dem andauernden bewaffneten Konflikt in den letzten vierzig Jahren in Kolumbien werden Gewerkschaftsmitglieder, LehrerInnen und engagierte BürgerInnen von den Sicherheitskräften und deren paramilitärischen Verbündeten immer wieder beschuldigt, die Guerilla zu unterstützen. Sie setzten sich der Gefahr aus, Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu werden. Im vergangenen Jahrzehnt waren es mehr als 3.000 Fälle von vermissten Personen. Angehörige der kolumbianischen Sicherheitskräfte und ihre paramilitärischen Verbündeten begehen weiterhin schwere Menschenrechtsverletzungen. Die bewaffneten Oppositionsgruppen sind häufig für die Entführungen und Geiselnahmen verantwortlich.

Von "Verschwindenlassen" spricht man, wenn Sicherheitskräfte Menschen gefangen nehmen oder entführen, aber die Festnahme nicht bestätigen oder Informationen über den Verbleib des Opfers verweigern. Zudem bleiben die Täter meist straffrei. Vor allem Oppositionelle werden so von einem Tag auf den anderen aus ihrer Umgebung gerissen. Ihr Schicksal bleibt oft für immer ungeklärt, viele werden ermordet. Für Familien und Freunde ist die schreckliche Ungewissheit besonders belastend.

Im Dezember 2006 haben die Vereinten Nationen das "Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Menschen vor dem Verschwindenlassen" verabschiedet. Damit wurde ein wichtiges Instrument geschaffen, um weitere Fälle zu verhindern. Das Abkommen soll zudem helfen, das Schicksal von "Verschwundenen" aufzuklären, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Opfer bzw. ihre Familien zu entschädigen.

Amnesty International setzt sich in der Internationalen Koalition gegen das "Verschwindenlassen" dafür ein, dass alle Staaten diese Konvention vorbehaltlos ratifizieren. Denn dieses Vorgehen ist als besonders schwere Menschenrechtsverletzung zu verurteilen.

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